Wissen · Stand Juni 2026
Glossar – Wärmepumpe, Förderung & Strompreis
Die wichtigsten Fachbegriffe rund um die Planung von Wärmepumpenanlagen in Nichtwohngebäuden – kompakt erklärt und mit unseren Ratgeber- und Service-Seiten verlinkt.
A
- Anlagenkonzept
Technische Gesamtlösung für die Wärmeerzeugung eines Gebäudes.
Das Anlagenkonzept beschreibt das Zusammenspiel aller wärmetechnischen Komponenten – Wärmeerzeuger (mono-, bi- oder multivalent), Pufferspeicher, Warmwasserbereitung, Hydraulik, Regelung und Einbindung von PV oder Netzsignalen. Für Nichtwohngebäude vergleicht GNU Energy typischerweise mehrere Anlagenkonzepte (monovalent, bivalent, Kaskade, Hybrid) im Rahmen des Wärmeversorgungskonzepts.
B
- BAFA
Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.
Bundesbehörde, die in Deutschland die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM) im Bestand umsetzt. Anlaufstelle für die Antragstellung bei Wärmepumpen-Förderungen, die nicht über die KfW laufen.
- BEG EMBundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen
Bundes-Zuschussprogramm für Einzelmaßnahmen wie den Heizungstausch.
Förderprogramm des Bundes für Einzelmaßnahmen an bestehenden Gebäuden – darunter der Tausch einer fossilen Heizung gegen eine Wärmepumpe. Für Nichtwohngebäude beträgt die Grundförderung 30 % der förderfähigen Kosten zuzüglich möglicher Boni. Voraussetzung ist die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten (Energieeffizienz-Experte).
- BEG-Förderung für Büros und Gewerbe
BEG-Variante für Nichtwohngebäude.
Teil der Bundesförderung, der speziell auf Nichtwohngebäude (Büro, Gewerbe, Kommunalbauten, gemischt genutzte Immobilien) zugeschnitten ist – mit eigener Förderlogik und Höchstgrenzen je kW Nennleistung.
- bivalent
Wärmepumpe im Verbund mit einem zweiten Wärmeerzeuger.
Betriebsweise mit zwei Wärmeerzeugern, meist Wärmepumpe plus Bestandskessel. Unterschieden wird bivalent-parallel (beide Erzeuger arbeiten unterhalb des Bivalenzpunkts gemeinsam), bivalent-alternativ (Umschaltung auf den zweiten Erzeuger) und bivalent-teilparallel. Im Nichtwohngebäudebestand oft der wirtschaftlichste Einstieg, weil vorhandene Kessel als Spitzenlast- und Redundanzabsicherung weitergenutzt werden können.
- Bivalenzpunkt
Außentemperatur, ab der ein zweiter Wärmeerzeuger zugeschaltet wird.
Die Außentemperatur, bei der die Heizleistung der Wärmepumpe genau der Gebäudeheizlast entspricht. Unterhalb dieses Punktes reicht die Wärmepumpe allein nicht mehr aus, und ein zweiter Erzeuger (Elektro-Heizstab, Gas- oder Ölkessel, BHKW) übernimmt bzw. unterstützt. In Nichtwohngebäuden liegt der Bivalenzpunkt typischerweise zwischen −2 °C und −7 °C; er wird bewusst gewählt: je tiefer, desto größer die Wärmepumpe und der Deckungsanteil, desto höher aber Investition und Taktungsrisiko im Teillastbetrieb.
C
- COPCoefficient of Performance · Leistungszahl
Momentane Leistungszahl einer Wärmepumpe.
Verhältnis aus abgegebener Heizleistung zu eingesetzter elektrischer Leistung in einem konkreten Betriebspunkt (z. B. A7/W35: 7 °C Außentemperatur, 35 °C Vorlauf). Ein COP von 4,0 bedeutet: 1 kWh Strom erzeugt 4 kWh Wärme.
D
- denaDeutsche Energie-Agentur
Führt die Energieeffizienz-Expertenliste.
Die Deutsche Energie-Agentur pflegt die offizielle Liste der für Förderprogramme des Bundes (BEG, KfW, BAFA) zugelassenen Energieeffizienz-Experten – getrennt nach Wohngebäuden (EEE WG) und Nichtwohngebäuden (Energieeffizienz-Experte).
- DIN EN 12831
Norm zur Heizlastberechnung.
Europäische Norm zur raumweisen Berechnung der Norm-Heizlast eines Gebäudes. Sie ist Grundlage jeder seriösen Wärmepumpen-Auslegung und Pflicht im Rahmen der BEG-/KfW-Förderung.
- Dynamischer Stromtarif
Stromtarif mit stündlich wechselnden Börsenpreisen.
Stromlieferverträge, bei denen der Arbeitspreis stündlich an die Spotpreise der Strombörse (EPEX) gekoppelt ist. In Kombination mit Wärmepumpe, Pufferspeicher und §14a-EnWG-Modul lassen sich Betriebskosten deutlich senken.
E
- Energieeffizienz-ExperteEnergieeffizienz-Experte Nichtwohngebäude
Voraussetzung für jede BEG-Förderung bei Büros und Gewerbe.
Bei der dena gelistete Fachperson, die zur Antragstellung in den Bundesförderprogrammen für Nichtwohngebäude berechtigt ist. Sie erstellt die Technische Projektbeschreibung (TPB), bestätigt förderfähige Kosten und reicht den Verwendungsnachweis ein. GNU Energy ist als Energieeffizienz-Experte gelistet.
- ErP-LabelEnergy related Products
EU-Energielabel für Heizgeräte.
Vom Hersteller bereitgestelltes Datenblatt nach EU-Verordnung 811/2013 mit standardisierten Kennwerten (Heizleistung, SCOP, Schallleistung). Liegt Ihnen ein Angebot bei, gehören die ErP-Kennwerte der angebotenen Wärmepumpe dazu. Wir gleichen sie mit der tatsächlichen Heizlast ab.
G
- GEGGebäudeenergiegesetz
Energetische Mindeststandards für Gebäude.
Das Gebäudeenergiegesetz regelt energetische Anforderungen an Neubau und Bestand sowie die 65 %-Erneuerbare-Energien-Pflicht bei neu eingebauten Heizungen. Wärmepumpen erfüllen diese Pflicht direkt.
- GNUGebäude Nachhaltig Unkompliziert
Namensgebendes Leitbild von GNU Energy.
GNU steht für „Gebäude Nachhaltig Unkompliziert“ – unser Anspruch, die Wärmewende in Nichtwohngebäuden technisch sauber, wirtschaftlich tragfähig und ohne unnötige Komplexität für Eigentümer:innen und Betreiber:innen umzusetzen.
- Großwärmepumpe
Wärmepumpe ab ca. 100 kW Heizleistung.
Industrielle Wärmepumpe für Gewerbe, Industrie, Quartiere und Wärmenetze. Typisch sind natürliche Kältemittel (R290 Propan, R717 Ammoniak, R744 CO₂), hohe Vorlauftemperaturen und kaskadierte Aufstellungen.
H
- Heizlast
Wärmeleistung, die ein Gebäude bei Normaußentemperatur benötigt.
Maximaler Wärmebedarf eines Gebäudes am normativen kältesten Tag der Region (Norm-Außentemperatur). Wird raumweise nach DIN EN 12831 berechnet und bestimmt die nötige Wärmepumpenleistung.
- Hersteller
Für Großwärmepumpen und gewerbliche Wärmepumpensysteme sind aktuell rund 35 relevante Hersteller am deutschen Markt aktiv. GNU Energy pflegt eine eigene Herstellerdatenbank mit aktuellen ErP-Datenblättern und vergleicht für jedes Projekt herstellerneutral, welche Anlage technisch und wirtschaftlich am besten passt.
- Hydraulischer Abgleich
Pflicht-Einstellung des Heizsystems.
Einstellung der Volumenströme in allen Heizkreisen, damit jeder Raum die korrekte Wärmemenge erhält. Voraussetzung für niedrige Vorlauftemperaturen, hohe JAZ und für die BEG-Förderung verpflichtend (Verfahren B).
I
- Inverter-Wärmepumpe
Wärmepumpe mit drehzahlgeregeltem Verdichter.
Im Gegensatz zur On/Off-Wärmepumpe moduliert ein Inverter die Verdichterleistung stufenlos an den tatsächlichen Bedarf. Vorteile: weniger Takten, höhere JAZ, leiserer Betrieb.
J
- JAZJahresarbeitszahl
Effizienz einer Wärmepumpe über ein ganzes Jahr.
Verhältnis aus erzeugter Wärmemenge zu eingesetztem Strom über ein vollständiges Betriebsjahr. Realistische Werte: Luft/Wasser 3,0–4,0; Sole/Wasser 4,0–5,0; Wasser/Wasser 4,5–5,5. Maßgeblich für Wirtschaftlichkeit und CO₂-Bilanz.
K
- Kältemittel
Arbeitsmedium im Wärmepumpen-Kreislauf.
Stoff, der im Kältekreis verdampft, verdichtet, verflüssigt und expandiert wird. Zunehmend werden natürliche Kältemittel mit sehr niedrigem GWP eingesetzt: R290 (Propan, GWP 3), R717 (Ammoniak, GWP 0), R744 (CO₂, GWP 1).
- KfW 522
BEG-Zuschuss für Einzelmaßnahmen in Nichtwohngebäuden.
KfW-Programm für Zuschüsse zu Einzelmaßnahmen (z. B. Heizungstausch zur Wärmepumpe) in bestehenden Nichtwohngebäuden. Grundförderung 30 %, mit Effizienzbonus bis 35 %.
L
- Luft/Wasser-Wärmepumpe
Nutzt Außenluft als Wärmequelle.
Die häufigste Bauart: ein Verdampfer entzieht der Außenluft Wärme und überträgt sie auf einen Wasser-Heizkreis. Vorteile: geringe Investition, keine Erschließung der Wärmequelle. Nachteile: niedrigere JAZ bei sehr kalten Außentemperaturen.
M
- Monoblock vs. Split
Zwei Bauformen der Luft/Wasser-Wärmepumpe.
Monoblock: kompletter Kältekreis im Außengerät, nur Wasserleitungen ins Haus – ideal für R290. Split: Kältekreis ist auf Außen- und Innengerät verteilt, erfordert zertifizierten Kältetechniker für die Verbindung.
- monoenergetisch
Wärmepumpe plus elektrischer Heizstab – einzige Energiequelle ist Strom.
Sonderfall des bivalenten Betriebs: Unterhalb des Bivalenzpunktes unterstützt ein elektrischer Heizstab die Wärmepumpe. Es wird ausschließlich Strom eingesetzt, ein fossiler Erzeuger entfällt. Der Heizstab deckt in gut geplanten Anlagen nur wenige Prozent der Jahresarbeit ab – ein zu hoher Anteil verschlechtert JAZ und Betriebskosten spürbar.
- monovalent
Die Wärmepumpe deckt die gesamte Heizlast allein.
Betriebsweise, bei der die Wärmepumpe das Gebäude ganzjährig ohne zweiten Wärmeerzeuger versorgt – auch bei Normaußentemperatur. Voraussetzung sind ausreichend niedrige Vorlauftemperaturen und eine passend dimensionierte Anlage (ggf. als Kaskade). Höchster Deckungsgrad und maximale CO₂-Einsparung, dafür größere Auslegung und höhere Investition.
N
- NichtwohngebäudeBüro- und Gewerbegebäude
Gebäude, die nicht überwiegend dem Wohnen dienen.
Bürogebäude, Gewerbe- und Industriebauten, Schulen, Kitas, Kommunalbauten, Werkstätten, Hotels und vergleichbare Immobilien. Aufgrund heterogener Lastprofile und höherer Anschlussleistungen gelten andere Planungs- und Förderlogiken als bei Wohngebäuden.
P
- Pufferspeicher
Wassertank zur Lastentkopplung.
Großvolumiger Wasserspeicher, der die Wärmeerzeugung der Wärmepumpe von der Wärmenutzung im Gebäude entkoppelt. Erlaubt längere Laufzeiten, Lastverschiebung in günstige Stromzeiten und Sperrzeiten des Netzbetreibers.
- PV-Eigenverbrauch
Direkter Verbrauch des eigenen PV-Stroms.
Solarstrom aus der eigenen Photovoltaikanlage, der direkt zum Betrieb der Wärmepumpe genutzt wird. Senkt die Stromkosten erheblich – speziell mit Pufferspeicher und intelligenter Steuerung.
R
- R290 (Propan)
Natürliches Kältemittel mit GWP 3.
Propan – das derzeit dominierende Kältemittel für neue Luft/Wasser-Wärmepumpen. Sehr geringes Treibhauspotenzial, hohe Vorlauftemperaturen bis 75 °C möglich. Aufgrund der Brennbarkeit gelten Sicherheitsabstände zu Öffnungen und Schächten.
- Reduzierte Netzentgelte (§14a EnWG)§14a EnWG
Reduzierte Netzentgelte für steuerbare Verbraucher.
Regelt seit 2024 die netzdienliche Steuerung von Wärmepumpen, Wallboxen und Batteriespeichern. Im Gegenzug für die Möglichkeit zur kurzzeitigen Leistungsbegrenzung durch den Netzbetreiber erhalten Betreiber:innen ein deutlich reduziertes Netzentgelt.
S
- SCOPSeasonal Coefficient of Performance
Saisonale Effizienz nach ErP-Norm.
Standardisierter Effizienzwert nach EN 14825 über eine ganze Heizsaison – getrennt für die Klimazonen kalt/durchschnittlich/warm und für verschiedene Vorlauftemperaturen. Vergleichsmaßstab für ErP-Datenblätter; nicht identisch mit der gebäudespezifischen JAZ.
- Sole/Wasser-WärmepumpeErdwärmepumpe
Nutzt Erdwärme über Sonden oder Kollektoren.
Wärmepumpe, die einer Solequelle (Erdsonde 30–150 m oder horizontalem Erdkollektor) Wärme entzieht. Vorteile: konstante Quellentemperatur, sehr hohe JAZ. Nachteile: höhere Investition, Genehmigungspflicht für Bohrungen.
T
- Taktungspunkt
Außentemperatur, ab der die Wärmepumpe wegen Überleistung zu takten beginnt.
Betriebspunkt, an dem die Gebäudeheizlast unter die minimale Modulationsleistung der Wärmepumpe fällt. Die Anlage kann ihre Leistung nicht weiter absenken und schaltet stattdessen wiederholt ein und aus (Takten). Häufige Takte senken Effizienz und Lebensdauer des Verdichters. Der Taktungspunkt ergibt sich aus Modulationsbereich, Auslegungsheizlast, Pufferspeichervolumen und Hydraulik. Eine überdimensionierte Wärmepumpe taktet dauerhaft, deshalb prüfen wir bei jedem Angebot, ob Leistung und Heizlast zusammenpassen.
V
- VDI 4645
Norm für Planung und Errichtung von Wärmepumpenanlagen.
Die maßgebliche technische Regel für die Auslegung, Errichtung und Inbetriebnahme von Wärmepumpenanlagen in Wohn- und Nichtwohngebäuden. Anwendung ist Voraussetzung für die BEG-Förderung; entsprechende Zertifizierung der planenden Person erforderlich.
- Vorlauftemperatur
Temperatur des Heizwassers im Heizkreis.
Temperatur, mit der die Wärmepumpe das Heizwasser an das Verteilsystem liefert. Niedrige Vorlauftemperaturen (35–45 °C) sind entscheidend für hohe JAZ und ermöglichen u. a. den Einsatz von Flächenheizungen.
W
- Wärmepumpentarif
Vergünstigter Stromtarif für Wärmepumpen.
Sondertarif vieler Stromversorger für separat gemessenen Wärmepumpenstrom – meist deutlich günstiger als Haushaltsstrom. In Kombination mit §14a EnWG und dynamischen Tarifen lässt sich der Strompreis weiter senken.
- Wärmeversorgungskonzept
Ingenieurmäßige Gesamtplanung der Wärmeversorgung eines Gebäudes.
Ein Wärmeversorgungskonzept bündelt Bestandsanalyse, Heizlast nach DIN EN 12831, Prüfung möglicher Anlagenkonzepte (monovalent, bivalent, Kaskade, Hybrid), Wirtschaftlichkeit über den Lebenszyklus, CO₂-Bilanz und Förderstrategie (BEG/KfW). Für Nichtwohngebäude ist es die Entscheidungsgrundlage vor Investition und Voraussetzung für eine belastbare Fachplanung nach VDI 4645.
- Wasser/Wasser-Wärmepumpe
Nutzt Grundwasser als Wärmequelle.
Wärmepumpe, die Grundwasser über Förder- und Schluckbrunnen als Wärmequelle nutzt. Höchste erzielbare JAZ aller Bauarten, aber wasserrechtliche Genehmigung und ausreichende Grundwasserergiebigkeit erforderlich.
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